Der amerikanische Präsident steht vor dem Scheitern seiner Strategie des maximalen Drucks. Ein sofortiger Rückzug ist nach wie vor der einzige Weg, eine noch größere diplomatische und militärische Katastrophe zu verhindern.
Der amerikanische Präsident befindet sich nun in einer Sackgasse. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als den geringsten Schaden anzurichten. Das heißt, den Sieg zu verkünden und die Sache damit zu beenden, selbst wenn dies bedeutet, sich einem arroganteren und brutaleren Iran zu stellen, der die Straße von Hormus kontrolliert.
Dies ist die Meinung von Ian Bremmer, einem renommierten Politikwissenschaftler und Experten für internationale Beziehungen, der auch die Eurasia Group leitet. Ihm zufolge hat Trump durch die ständigen apokalyptischen Drohungen und die darauf folgenden Rückzüge an Glaubwürdigkeit verloren und wird von Teheran nicht mehr ernst genommen.
Benötigt Trump mehr Verhandlungen als die Iraner?
Teherans Ablehnung sollte vorerst nicht als selbstverständlich angesehen werden. Man sollte bedenken, dass auf beiden Seiten eine gewisse Tendenz besteht, in Verhandlungen Punkte zu sammeln. So erklärten die Iraner beispielsweise bereits in der ersten Verhandlungsrunde, ein Waffenstillstand im Libanon sei Voraussetzung für die Teilnahme an Gesprächen, reisten dann aber nach Islamabad, ohne auch nur dieses Ziel erreicht zu haben.
Kurz gesagt, sie erheben nun ihre Stimme, um zu signalisieren, dass sie keine dringende Notwendigkeit zu Verhandlungen sehen, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht verhandeln wollen. Klar ist jedoch, dass sie Trumps Drohungen nicht ernst nehmen werden.
Warum passiert das?
Denn dies ist bereits das fünfte Mal, dass Trump dem Iran mit der Zerstörung gedroht hat, sollte das Land kein Abkommen akzeptieren. Bislang hat er jedes Mal einen Rückzieher gemacht und dadurch an Glaubwürdigkeit verloren.
Fühlen sich die Ayatollahs gerade deshalb stark?
Zunächst einmal sollten wir uns vor Augen halten, dass wir von einer Theokratie sprechen, die nicht nur aus Selbsterhaltungstrieb handelt, sondern auch auf irrationalen Elementen wie Märtyrertum und Rache basiert. Wir sprechen auch von einer Regierung, die im Januar ohne Skrupel Tausende ihrer Bürger massakrierte und nun tatenlos zusieht, wie sie unter Bomben sterben. Daher können wir die Stärke und Macht nicht einfach vergleichen. Dennoch haben die Iraner einen Vorteil.
Welcher?
Sie verstehen sehr wohl, was in Amerika vor sich geht. Trump befindet sich in einem Land mit der New York Times und dem Wall Street Journal, die oft geheime Informationen über Vorgänge innerhalb der Regierung veröffentlichen. Die Amerikaner hingegen haben keine klare Vorstellung davon, was das iranische Regime will. Wir sind uns nicht einmal sicher, wer in Teheran wirklich das Sagen hat.
Was kann der amerikanische Präsident jetzt tun?
Das Einzige, was er tun kann, ist, den Sieg zu verkünden und den Krieg sofort zu beenden.
Woher kommen seine Fehlkalkulationen?
Trump verfolgt zwei Vorgehensweisen. Die sogenannte FAFO-Strategie (kurz für „Fuck Around and Find Out“ – also Chaos stiften und abwarten) und die TACO-Strategie (Trump Always Chickens Out – Donald kneift, sobald etwas schiefgeht). Im ersten Fall gewinnt er tendenziell, im zweiten verliert er meist.
Tatsächlich wäre es ein Verlust, wenn er jetzt aufhörte. Vor allem, wenn Teheran die Kontrolle über Hormuz behält...
Das wäre noch das geringste Übel. Denn jeder Tag, an dem dieser Krieg andauert, verschlimmert die Lage.
Viele europäische, arabische und asiatische Länder befürchten genau dieses Szenario: dass Trump sich zurückzieht und sie mit den Folgen allein lässt, gefesselt von den Pasdaran...
Das ist eine berechtigte Sorge. Doch selbst für sie wäre dies das geringste ihrer Probleme. Zunächst wären verschiedene Länder gezwungen, mit Teheran über die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu verhandeln, selbst wenn es teuer werden sollte.
Langfristig gesehen ist das Ziel, einen Weg zu finden, die Meerenge zu umgehen. Das ist keine ideale Aussicht, aber die Alternative ist noch schlimmer. Der Krieg muss beendet werden. / Flugblatt aus dem „Corriere della Sera“
Trump eshte nje qe, luan lolon i komanduar nga oligarkia e larte, qe te fitoje per portofolin e tij. Me e madhja eshte se i ka hapur vehtes telashe me pislleqet qe ka bere e mund ta cojne ne esfel. Njerezimi gjithnje ka paguar shtrenjte marrine e te marrit.