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Kronike17 Mars 2026, 20:05

Vom zerstörten Albanien zum Kokainhandel in Europa: Wie die albanische Mafia den Drogenmarkt eroberte

Shkruar nga Pamfleti

Vom zerstörten Albanien zum Kokainhandel in Europa: Wie die albanische

Von der institutionellen Leere der 1990er Jahre bis hin zu internationalen Drogenhandelsnetzwerken: die Entwicklung albanischer krimineller Gruppen und ihre Rolle in Europa

Das organisierte Verbrechen in Albanien entstand unter den Bedingungen eines tiefen institutionellen Vakuums nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes Anfang der 1990er Jahre. Die Schwäche des Staates, der Mangel an Kontrolle und die Wirtschaftskrisen schufen den Nährboden für den Aufstieg krimineller Gruppen.

Das Jahr 1997 markierte einen Wendepunkt. Der Zusammenbruch von Schneeballsystemen führte zu massiven finanziellen Verlusten und einer Destabilisierung der öffentlichen Ordnung. Militärdepots wurden geplündert und große Mengen an Waffen gelangten außer staatliche Kontrolle. In dieser Situation festigten sich albanische kriminelle Gruppen und nutzten die entstandenen Lücken in den Institutionen.

Expansion nach Italien und Europa

Gleichzeitig schuf die Masseneinwanderung nach Italien neue Migrationsrouten. Diese Migrationsströme umfassten auch kriminelle Elemente, die im Ausland Netzwerke aufbauten.

Anfangs beschränkten sich die Aktivitäten dieser Gruppen auf gewöhnliche Straftaten wie Diebstahl, Raub und Ausbeutung der Prostitution. Doch schon bald stiegen albanische Organisationen in den Heroinhandel entlang des Balkankorridors ein und erlangten eine wichtige Rolle in der Vertriebskette.

Im Laufe der Zeit weiteten diese Gruppen ihre Aktivitäten auf den Handel mit Cannabis und Kokain aus. Sie knüpften stabile Verbindungen zu kriminellen Organisationen in Italien und anderen europäischen Ländern und positionierten sich als Partner in den Bereichen Logistik, Transport und Vertrieb.

Organisationsmodell: Netzwerke und Clans

Eines der Hauptmerkmale der albanischen organisierten Kriminalität ist das Fehlen einer zentralen Struktur. Laut Analyse existiert keine einheitliche Führungshierarchie, sondern ein System eng verbundener Familienclans.

Diese Struktur verleiht ihr Flexibilität und Widerstandsfähigkeit. Die Gruppen agieren unabhängig, unterhalten aber funktionierende Verbindungen untereinander und zur Basis in Albanien. Netzwerke in Europa bieten logistische Unterstützung, Kontakte und Integration in lokale Schwarzmärkte.

In ihrer Anfangsphase zeichneten sich diese Gruppen durch offene Gewalt aus. Im Laufe der Zeit haben viele von ihnen zu einem eher verdeckten Vorgehen übergegangen und konzentrieren sich auf gewinnbringende Aktivitäten wie Drogenhandel und Geldwäsche.

Rolle auf dem europäischen Drogenmarkt

Laut internationalen Ermittlungen, auf die sich Medien berufen, zählen albanische kriminelle Gruppen heute zu den aktivsten Drogenkartellen Europas. Sie kontrollieren Teile der Cannabisproduktion und -verteilung auf dem Balkan und unterhalten direkte Kontakte zu Kokainlieferanten in Südamerika.

Ihre Stärke liegt in ihrem Netzwerkmodell: einer flexiblen Struktur ohne einheitliche formale Identität, aber mit starken Verbindungen innerhalb der Gemeinschaft. Dieses Modell hat es ihnen ermöglicht, sich schnell anzupassen und gleichzeitig an mehreren Standorten aktiv zu sein.

Fälle in Sardinien: Präsenz in Netzwerken, nicht territoriale Kontrolle

Auf Sardinien deuten die Ermittlungen der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft von Cagliari auf die Beteiligung von Gruppen mit albanischen Verbindungen am Drogenhandel hin, jedoch nicht auf eine zentralisierte Struktur mit territorialer Kontrolle.

Drei größere Operationen belegen diese Präsenz:

2016 – „Polo Est“

30 Personen, darunter auch albanische Staatsbürger, wurden wegen internationalen Drogenhandels festgenommen. Die Ermittlungen deckten ein transnationales Netzwerk mit operativen Verbindungen auf der Insel auf.

2023 – „Familie & Freunde“

Eine italienisch-albanische Organisation wurde mit 40 Sicherheitsmaßnahmen belegt. Laut den Ermittlungen wurde Kokain aus Albanien und Haschisch aus Spanien geliefert. Der Finanzumsatz belief sich auf rund 15 Millionen Euro.

2025 – „Amtszeit“

Die großangelegte Operation umfasste 71 Sicherheitsmaßnahmen. Zwei Gruppen auf Sardinien standen in Verbindung mit albanischen kriminellen Netzwerken, die auch in anderen italienischen Regionen aktiv sind. Über 50 Kilogramm Haschisch wurden beschlagnahmt.

Zusammenfassend unterstreicht die Analyse, dass die albanische organisierte Kriminalität nicht als einheitliche hierarchische Struktur, sondern als dynamisches Netzwerk international kooperierender Gruppen fungiert, die eine wichtige Rolle auf dem europäischen Drogenmarkt spielen. / Adaptiert aus „Pamphlet“ von „Unione Sarda“

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